Historischer Festumzug
zur 800 Jahrfeier von Niedersachswerfen
Bild 1 1208 Ersterwähnung des Ortes (Nieder)Sachswerfen
Der erste schriftliche Nachweis für die Existenz des Ortes Sachswerfen ist in einer Urkunde aus dem Jahre 1208 belegt, in ihr wird der Kirche zu Ilfeld eine Hufe Land in Sachswerfen übertragen.
Bild 2 1412 Fleglerkrieg
Vettern-Fehde der Hohnsteiner Familie, bei der es um Besitz und Macht ging. Weil neben Rittern auch mit Flegeln und Sensen bewaffnetes Fußvolk zum Einsatz kam, wird die Fehde als „Fleglerkrieg“ bezeichnet.
Bild 3 1525 Bauernkrieg in Mitteldeutschland
Bauern des Amtes Hohnstein rotteten sich während der Bauernerhebungen zusammen, um ihren Forderungen, u. a. Aufhebung der Leibeigenschaft, Minderung der Frondienste, Nachdruck zu verleihen. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, die Anführer hingerichtet und die Dörfer mit hohen Strafen belegt.
Bild 4 1556 Einführung der Reformation in der Grafschaft Hohnstein
Da der Landesherr den Glauben der Untertanen bestimmte, mussten die Untertanen des Amtes Hohnstein zunächst ebenfalls katholisch bleiben. 1556 verfügten die Grafen jedoch die Einführung der Reformation in ihrem Herrschaftsbereich. Somit nahmen auch die Sachswerfer den evangelischen Glauben an.
Bild 5 Martini – Tag der bäuerlichen Abgaben
Am Martinstag konnten auf dem Lande die Knechte und Mägde ihre Dienststellen wechseln, die Dienstverträge liefen von Martini zu Martini. Es waren auch die bäuerlichen Abgaben sowie die Pachtzahlungen fällig.
Bild 6 1618 – 1648 Dreißigjähriger Krieg
Der D.K. entstand aus dem Gegensatz Katholizismus – Protestantismus, wurde aber bald purer Machtkampf. Söldnerhaufen zogen marodierend und brandschatzend durchs Land. Sachswerfer Kirchenbucheintrag 1634: „Am 6. September bestattete man eine Frau, die an den Folgen von Pistolenschlägen gegen Leib und Rücken gestorben war. Am 28. Oktober trug man den Reifschneider Peter Kühne zu Grabe, der von zwei Reitern als Wegführer mitgeschleppt und dann elend zerquetscht, tot aufgefunden wurde…“
Bild 7 1756 – 1763 Siebenjähriger Krieg
Österreich hatte sich mit Russland, Frankreich und Kursachsen verbündet, während Preußen mit Hannover, Braunschweig und Hessen-Kassel verbündet war. Anno 1757 besetzten französische Truppen unseren Ort. Am 18. Oktober wurde der hannoversche Dragoner Ernst Nordhoff von französischen Soldaten am Fuße des Mühlberges erschossen, der Sachswerfer Pastor gab ihm das letzte Geleit. Ein Steinkreuz erinnert noch heute an Ort und Zeit der Exekution vor 251 Jahren.
Bild 8 1806 Doppelschlacht bei Jena/Auerstedt
In den Schlachten bei Jena und Auerstedt wurde das preußische Heer von der napoleonischen Armee vernichtend geschlagen. Ein Teil der preußischen Truppen kam in wilder Flucht auch durch Niedersachswerfen, dabei die siegreichen Franzosen im Nacken.
Bild 9 1813 Befreiungskriege
Erhebung der europäischen Völker gegen Napoleon I. In der Völkerschlacht bei Leipzig wurde dieser besiegt und Deutschland damit von der französischen Fremdherrschaft befreit.
Bild 10 Hannoversche Zollstation zwischen Crimderode und Sachswerfen
Die Orte Salza und Woffleben gehörten in früherer Zeit zum Königreich Preußen, während Niedersachswerfen dem Kurfürstentum Hannover angehörte und somit ein Grenzort war. Der Schmuggel blühte.
Bild 11 Historischer Postkurs
Wenn wegen Hochwasser das Ilfelder Tal nicht passierbar war, wurde die so genannte Alte Poststraße, die von Nordhausen über Neustadt und Birkenmoor Richtung Braunschweig führte, noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts benutzt.
Bild 12 Eisenbahnanschluss für Niedersachswerfen
1889 wurde die Strecke Nordhausen – Northeim dem öffentlichen Verkehr übergeben, 1897 erfolgte die Freigabe des Teilabschnittes der Harzquerbahn Nordh. – Ilfeld, 1899 die Gesamtstrecke Nordh. – Wernigerode.
Bild 13 1885 Gründung des Männer-Turn-Vereins Niedersachswerfen
Der „Männer-Turn-Verein“ (MTV) wurde von 6 sportbegeisterten Sachswerfern gegründet und war somit der erste Sportverein im Ort.
Bild 14 1891 Erste Pflichtfeuerwehr
Feuerbekämpfung, mehr oder weniger organisiert, gab es in Sachswerfen schon seit Jahrhunderten. Die erste feststehende Orts-Feuerwehr, bestand aus 17 Mitgliedern.
Bild 15 Buntes Bild um 1900
Bild 16 1911 Gründung des „SV Hannovera Niedersachswerfen“
SV Hannovera entwickelte sich zum mitgliederstärksten Verein; die Nachwuchsförderung war beispielhaft.
Bild 17 Hokenhandel
Eine Erwerbsquelle für so manchen Sachswerfer war der Hokenhandel. Mit der so genannten Kiepe transportierte der Hokenhändler (Frau oder Mann) seine Produkte, um sie zu verhökern (oft in Nordhausen).
Bild 18 „Sachswerfer Handwagen“
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte der so genannte Sachswerfer Handwagen zum Inventar so mancher Familie. Regelmäßig zogen die Arrees in den Harz, um sich mit Brennholz für den Winter einzudecken.
Bild 19 Heimatvertriebene
Betroffen waren seit 1945 über 15 Millionen vor allem im Osten beheimatete Deutsche. Einige fanden in Niedersachswerfen eine neue Heimat.
Bild 20 11. April 1945 Ende des Krieges für Niedersachswerfen
Amerikanische Truppen erreichen den Ort, damit war der schreckliche Krieg für die Sachswerfer beendet.
Bild 21 1. Juli 1945 Abzug der Amerikaner
Nach Abzug der amerikanischen Truppen wird Niedersachswerfen von russischen Truppen eingenommen, da ganz Thüringen lt. Abkommen zwischen den Alliierten Teil der Sowjetischen Besatzungszone war.
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Das war die 800-Jahrfeier in Niedersachswerfen